Menschliche Werte in der Erziehung

Grenzen und Regeln verleihen der Welt, die für Kinder so viel Unvorhersehbares und Neues enthält, Struktur und Verlässlichkeit. Aus diesen in der Kleinkindzeit erworbenen Wertevorstellungen entsteht das Fundament ihres späteren Weltbildes, ihrer Wertewelt schlechthin.

 

Wenn wir unseren Kindern unbedingt etwas geben wollen,

dann geben wir ihnen ein gutes Beispiel. P.S. Buck

1. Wahrheit

 

Die Wahrheit leben heißt, die Wahrheit erkennen und für sie einstehen,

nicht in blindem Fanatismus, sondern mit der Stärke der Überzeugung

und dem Vorbild der Güte.

 

  • Phantasie der Kinder akzeptieren
  • Unterscheiden zwischen Wunschtraum, flunkern, Angst vor Strafe, Grenzen austesten
  • Sachlich argumentieren, auf die Sache und nicht die Person beziehen
  • Wenn es Lüge zugibt, loben für den Mut
  • Hintergründe fürs Lügen erforschen, nachfragen
  • Nur das Versprechen, was eingehalten werden kann
  • Eigene Fehler benennen, eingestehen, sich entschuldigen
  • Ehrlich sein, z.B. das wird schon nicht so schlimm
  • Recht auf Wahrheit/für die Wahrheit einstehen, z.B. Nikolaus
  • Offen mit Schwierigkeiten umgehen, z.B. „Ich weiß nicht mehr weiter!“ Erwachsene wissen auch nicht alles
  • Nichts kann so schlimm werden/sein, um nicht die Wahrheit zu sagen
  • Kongruenz

 

        2.   Rechtes Handeln

 

Kinder brauchen nicht mehr Handeln, sondern vielmehr Führung.

Verlässlichkeit und liebevolle Fürsorge, kurz: sie brauchen gute Autorität.

 

 

  • Kein Entschuldigung erzwingen, wenn es nicht von innen kommt, ist es wertlos
  • Chancen geben, Verlässlichkeit zu zeigen, z.B. kleine Botengänge der Kinder, Eigenverantwortung übernehmen
  • Authentisches Handeln- Gesichtsmimik und gesprochenes Wort/ nicht aufgesetzt. Du kannst nicht nicht kommunizieren!
  • Fehler machen dürfen, aus Fehlern lernen wir
  • Wertschätzung Mitmenschen gegenüber, z.B. Begrüßung + Verabschiedung mit Namen
  • Fragen so gut es geht beantworten, auch wir wissen nicht alles
  • Kind im Handeln stärken
  • „Hilf mir, es selbst zu tun“, „Unterstütze mich dabei“
  • Rücksichtsvolles Verhalten, z.B. beim Ruhen Ruhe
  • Zeit nehmen/ zuhören
  • Rechter Umgang mit Material – Wegwerfgesellschaft, z.B. Laternen/Osterkörbchen
  • Regeln und Konsequenzen gut überlegen
  • Klare Aussagen treffen, z.B. ich möchte, dass du bitte aufräumst
  • Dinge erklären und Kinder selber probieren lassen, nicht zu schnell eingreifen, z.B. Jacke an,-oder ausziehen
  • Das Recht haben, „Nein“ zu sagen

 

             3.  Frieden und Miteinander

 

Das Geheimnis, mit allen Menschen in Frieden zu leben, besteht in der Kunst,

jeden seiner Individualität nach zu verstehen.

 

 

  • Jeder hat das Recht auf freie Meinungsäußerung (sachlich)
  • Den Kindern erklären, wie sich ein anderes fühlt; sich in ihn hineinversetzen
  • Fragen wie „Wie würdest du dich fühlen? Wie wäre es, wenn ich das mit dir machen würde?“
  • Schwächen des anderen akzeptieren
  • Positive Verstärker einsetzen
  • Den Kindern das Gefühl geben- es ist gut so, wie es ist
  • Selbstbestimmtes Handeln, z.B. „Ich möchte jetzt nicht mit dir sprechen/spielen!“
  • Kein nachtragendes Verhalten
  • Jeder ist bei uns willkommen, jeder Glaube wird bei uns akzeptiert
  • Sagen „Ich verstehe dich“
  • Kinder entscheiden selbst, wo und mit wem sie spielen
  • Gemeinsam lachen
  • Gemeinsame Mahlzeiten einnehmen
  • Den Tisch schön für andere decken
  • Stille Momente schaffen, Ruhe in sich selbst
  • „Danke“, „Bitte“ , „Guten Morgen“ und „Auf Wiedersehen“ bei Groß und Klein
  • Sich gegenseitig helfen
  • Christliche Glaubensvermittlung, Feste feiern im Jahreskreislauf
  • Gemeinschaft erfahren in der Pfarrgemeinde, z.B. Gottesdienste gestalten
  • Regeln erleichtern/ bestimmen das Miteinander

 

 

                  4. Liebe

 

Man sieht nur mit dem Herzen gut, dass Wesentliche bleibt für das Auge unsichtbar.

Der kleine Prinz

 

  • Kinder umarmen, drücken oder trösten
  • Professionelle Bindung/Beziehung aufbauen/haben
  • Blickkontakt auf Augenhöhe
  • Konstante Bindungspersonen
  • Klare Grenzen/ Sicherheitsgrenzen
  • Umgang Situation anpassen
  • Freunde selber aussuchen
  • Mitgefühl/Sicherheit geben, auch Eltern
  • „Ich bin stolz auf dich!“
  • Kleine Wunden brauchen kein Pflaster, sondern nur angemessenen Trost/Mitgefühl
  • Teilen, z.B. Mitgebrachtes
  • Ein Lächeln schenken
  • Kleine Geschenke, z.B. „Habe ich für dich mitgebracht!“
  • Als etwas Besonderes ansehen, wenn wir etwas von Kindern geschenkt bekommen, z.B. ein gemaltes Bild aufhängen
  • Beim „Trockenwerden“ mitfreuen, kleines Lob z.B. Stempeldruck oder Leckerli
  • Keine Kleintiere zertreten, betrachten und wieder frei lassen
  • Keine Äste oder Blätter abreißen
  • Die Natur ist ein Schatz – Achtsam mit ihr umgehen
  • Nicht panisch bei Kleinlebewesen reagieren – Jedes Tier ist wichtig

         5. Gewaltlosigkeit

 

Was man mit Gewalt gewinnt, kann man nur mit Gewalt behalten.

Mahatma Ghandi

 

  • Nicht schlagen, sondern miteinander reden/ Kompromisse aushandeln
  • Kleine Kämpfe zulassen, aber beobachten
  • Bei Rollenspielen Aggressionen/Erlebtes abbauen können
  • Kleine Kämpfe zulassen, Situation beobachten
  • Keine Pistolen/ Schwerter mit in Kiga bringen
  • Gewaltfreie Kommunikation bei Kindern und Eltern, z.B. Keine Schimpfwörter benutzen, evtl. Bedeutung kindgerecht erklären
  • „Wir schlagen hier nicht!“ Regel
  • Zugestehen, dass wir selbst auch hilflos sein können
  • Nicht sagen „Das kannst du noch nicht!“, sondern sagen: „Probier es aus“ oder „Da hast du dir aber etwas Schweres ausgesucht“
  • „Wenn du nicht weiter kommst, helfe ich dir“
  • Auch nicht sagen: „Ich habe dir doch gesagt, dass du es nicht kannst“ – seelische Gewalt
  • Auf der Sachebene bleiben/ Ich-Botschaften formulieren
  • Spielsachen vom Kiga oder eigene ordentlich behandeln/umgehen umgehen
  • Kleinere Lebewesen nicht zertreten